Ratgeber · 5 Min. Lesezeit
Motorschaden: reparieren oder verkaufen?
Von Holger Makris, H.M. Automobile ·
Der Motor ist kaputt, die Werkstatt nennt eine Summe – und jetzt? Wir kaufen seit vielen Jahren Autos mit Motorschaden an und sehen beide Seiten: Autos, bei denen sich die Reparatur gelohnt hätte, und Autos, in die viel zu viel Geld gesteckt wurde. Mit dieser Rechnung treffen Sie eine gute Entscheidung.

Die einfache Rechnung
Sie brauchen drei Zahlen:
- A – Was wäre das Auto repariert wert? (Vergleichbare Angebote auf den großen Portalen anschauen.)
- B – Was kostet die Reparatur? (Kostenvoranschlag der Werkstatt, inkl. Nebenkosten.)
- C – Was bekommen Sie mit Motorschaden für das Auto? (Angebot vom Ankäufer.)
Reparieren lohnt sich, wenn A – B deutlich größer ist als C. „Deutlich“ heißt: Es sollte ein Puffer bleiben, denn bei Motorreparaturen tauchen oft weitere Schäden auf.
Ein Beispiel
Ein Kompaktwagen, 11 Jahre alt, 190.000 km, Steuerkette gerissen (Zahlen nur zur Veranschaulichung):
- Wert repariert (A): 5.500 €
- Reparatur mit Austauschmotor (B): 4.200 €
- Ankaufpreis mit Motorschaden (C): 1.400 €
A – B = 1.300 €. Das ist weniger als C. Hier ist Verkaufen die bessere Wahl – und Sie haben kein Risiko, dass nach der Reparatur noch etwas kommt.
Wann sich die Reparatur doch lohnt
- Das Auto ist jung und sonst in sehr gutem Zustand.
- Es gibt einen günstigen, geprüften Gebrauchtmotor mit Gewährleistung.
- Sie wollen das Auto noch viele Jahre fahren und kennen seine Geschichte.
So bekommen Sie den besten Preis für ein Auto mit Motorschaden
- Beschreiben Sie ehrlich, was passiert ist. Ein „unbekannter Fehler“ macht den Preis meist schlechter als eine klare Diagnose.
- Schicken Sie gute Fotos: außen rundum, Innenraum, Tacho, Motorraum.
- Legen Sie Kostenvoranschlag, Serviceheft und Rechnungen bei.
- Fragen Sie nach, ob Abholung und Abmeldung im Preis enthalten sind – bei uns ist beides kostenlos.
Mehr dazu auf unserer Seite Auto mit Motorschaden verkaufen.
Kurz gefragt
Darf ich ein Auto mit Motorschaden noch fahren?
Besser nicht. Ein laufender Motor mit Schaden kann noch mehr kaputt machen – und im Zweifel ist es nicht verkehrssicher. Lassen Sie es abholen.
Muss ich den Motorschaden beim Verkauf angeben?
Ja. Bekannte Schäden müssen Sie offen sagen. Am besten steht der Schaden auch im Kaufvertrag.